La Vera :: Zur Geschichte der Orangerie Schönbrunn in Wien

Die Orangerie Schönbrunn, die heute unter Denkmalschutz steht, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Erbaut im Jahre 1754 im Stil des Barockklassizismus als idealer Aufbewahrungsort für die königliche Zitrussammlung, wurde das behagliche Gebäude von der Aristokratie bald als Räumlichkeit für rauschende Feste entdeckt. Joseph II. soll die Idee zu prächtigen Veranstaltungen im Orangeriegebäude von einer Russlandreise mitgebracht haben.
Rauschende Feste in der Orangerie Schönbrunn

Jahrzehntelang gaben sich hier gekrönte Häupter und Adelige ein Stelldichein bei stilvollen Festen. Eine Fußbodenheizung, die noch heute voll funktionstüchtig ist, sorgte dabei für wohlige Wärme. Auch Kunst und Kultur wurden hier in der Orangerie groß geschrieben. So wurde Mozarts Oper „Der Schauspieldirektor“ im Jahre 1786 in der Orangerie Schönbrunn uraufgeführt. Der musikalische Wettstreit zwischen Mozart und seinem Erzrivalen Salieri wurde ebenso in der Orangerie ausgetragen und ging in die Musikgeschichte ein.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts diente die Orangerie hauptsächlich ihrem ursprünglichen Zweck, der Überwinterung seltener Pflanzen. Es folgten weniger glanzvolle Zeiten: Im Spätherbst 1848 bezogen kaiserliche Truppen in Schönbrunn Quartier und die Orangerie wurde zum Stall für Kriegspferde umfunktioniert. Nach dem 2. Weltkrieg beherbergte die Orangerie ein Heizhaus und im Garten wurden Mistbeete angelegt.
Die Orangerie in altem Glanz

Nach einer 1985 begonnenen kompletten Revitalisierung erstrahlt die Orangerie Schönbrunn heute in altem Glanz. Der hintere Teil der Orangerie erfüllt den ursprünglichen Zweck, während der besonders elegante vordere Teil für Konzerte und Festivitäten aller Art genutzt wird.